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Serielles Sanieren: Kosten runter, Komfort rauf - das gibt’s jetzt auch für Nichtwohngebäude
Gebäude mit vorgefertigten Elementen schnell und perspektivisch auch kosteneffizient energetisch zu sanieren ist ein Erfolgskonzept, nicht nur in Deutschland, sondern in vielen europäischen Ländern. Erdacht wurde das Prinzip der seriellen Sanierung unter dem Namen Energiesprong (zu Deutsch: Energiesprung) ursprünglich in den Niederlanden.
Durch abseits der Baustelle digital geplante und vorgefertigte Dach- oder Fassadenelemente sowie vorgefertigte Haustechnik, die bereits in die Gebäudeteile integriert ist, können Häuser schnell und hochwertig energetisch saniert werden. So sinken die Sanierungskosten und die Bauvorhaben benötigen vor Ort weniger Zeit. Auf der Baustelle sind weniger Handwerker und Baumaterialien notwendig. Der Bausektor wird also insgesamt effizienter. Das freut nicht nur die Immobilienwirtschaft, sondern bringt auch Vorteile für Eigentümer und Mieter. Rund 30 Prozent des Gebäudebestandes in Deutschland eignet sich Schätzungen zufolge für eine solche serielle Sanierung.
Die serielle Gebäudesanierung kann also entscheidend zur Steigerung der Sanierungsrate und damit zum Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor beitragen. Sie gilt deshalb als Schlüsseltechnologie für die Wärmewende.
Förderbonus seit Ende September auch für Nichtwohngebäude
Seit Ende September ist der Förderbonus (SerSan-Bonus), den es für das serielle Sanieren im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bereits für Wohngebäude gibt, nun auch auf Nichtwohngebäude ausgeweitet worden. Das hilft zum Beispiel Kommunen, vielerorts dringend benötigte Schul-, Verwaltungs- oder Kulturgebäude zügig und zu machbaren Kosten zu sanieren.
Doch wie viel Bonus gibt es wofür? Für die Gebäudestandards für EH/EG 55 und EH/EG 40 beträgt der Zuschuss 15 Prozent, für EH/EG 70 liegt er bei fünf Prozent. Die Standards Effizienzhaus 55 und Effizienzhaus 40 beschreiben, wie viel Energie ein Gebäude im Vergleich zu einem gesetzlichen Referenzgebäude verbraucht. Beantragt werden kann der Bonus durch den Bauherrn beziehungsweise den Gebäudeeigentümer über die KfW - vor Beginn der Bauarbeiten und unter Einbindung eines zertifizierten Energieeffizienz-Experten (EEE).
Mit der seriellen Sanierung ist gleichzeitig ein neuer Wirtschaftszweig für innovative Sanierungslösungen mit großen Chancen für den Mittelstand entstanden. Längst ist die serielle Sanierung den Kinderschuhen entwachsen und es tut sich viel bei der Marktentwicklung. Rund 300 Projekte (Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser, Nichtwohngebäude) sind inzwischen fertig gestellt oder befinden sich in der Umsetzung, darunter rund 6.000 Wohneinheiten. Rund 300 weitere Projekte werden aktuell geplant und vorbereitet, darunter rund 17.500 Wohneinheiten.
Nächster Meilenstein: Rahmenvereinbarung für serielles Sanieren
Nächster Meilenstein soll eine Rahmenvereinbarung für serielles Sanieren werden, die den energetischen Umbau von zigtausenden Bestandsgebäuden in Deutschland massiv beschleunigen und wirtschaftlicher machen kann. Sie wird voraussichtlich ab Frühjahr 2027 nutzbar sein. Wie stark beachtet das Thema in der Branche ist, hat zuletzt auch das jährliche Netzwerktreffen zur seriellen Sanierung mit 400 Gästen aus Wohnungswirtschaft, Bauwirtschaft, Kommunen, privater Bestandshaltung, Planung, Beratung und Politik Anfang September gezeigt. Das „Energiesprong Festival“ war bis auf den letzten Platz ausgebucht.
Damit startete auch die neu ins Leben gerufene „ScaleUp Alliance EFH“ des dena-Kompetenzzentrums Serielles Sanieren. Sie soll künftig verstärkt bewährte Produkte und serielle Sanierungslösungen im Einfamilienhaussegment (EFH) aus der Phase von Einzelprojekten in die breite Marktumsetzung bringen.