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Schlaglicht auf eine resiliente Energieversorgung
Das Sicherheitsnetz, das die Bundesrepublik für ihre Energiesicherheit gespannt hat, ist gut gewebt und in vielen Bereichen verankert – unter anderem im Energiewirtschaftsgesetz, das die Elektrizitäts- und Gasversorgung in Deutschland regelt. Die Erfahrungen der Energiekrise im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, gepaart mit einer veränderten Risikolandschaft, zeigen aber auch, dass künftig die Resilienz der Energieversorgung noch deutlicher im Fokus stehen muss. Resilienz bedeutet in diesem Kontext, dass die Funktion unseres Energiesystems unter Belastungen erhalten bleibt (möglicherweise mit Einschränkungen) oder zumindest innerhalb kurzer Zeit wiederhergestellt werden kann.
Die Resilienz der Energieversorgung muss also weiter gestärkt werden, um künftig noch besser auf krisenähnliche Zustände vorbereitet zu sein. Denn in der Energieversorgungskrise 2022/2023 konnte die Energieversorgung nur mit großer gemeinsamer Anstrengung und umfassenden Maßnahmen stabil und bezahlbar gehalten werden.
Energieimporte werden auch zukünftig wichtig bleiben
Noch werden in Deutschland rund 80 Prozent des Primärenergieverbrauchs mit fossilen Energieträgern, vor allem mit Mineralölen und Erdgas, gedeckt. Der Einsatz erneuerbarer Energieträger hat sich seit 1990 allerdings mehr als verzehnfacht und betrug 2024 rund 20 Prozent des Primärenergieverbrauchs. Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045 wird der Verbrauch von fossilen Energieträgern weiter sinken und der Anteil Erneuerbarer Energien zunehmen - bei gleichzeitiger Elektrifizierung des Verkehrs-, Wärme- und Industriesektors. Dennoch ist klar, dass Energieversorgungssicherheit nicht Energieautarkie bedeuten kann. Deutschland wird auch weiterhin einen Teil seines Energiebedarfs über Importe decken müssen.
Energieversorgungssicherheit hat deshalb viele Dimensionen: Genauso wichtig wie die grundsätzliche Verfügbarkeit von Ressourcen, ist die Diversifizierung der notwendigen Energieimporte über verschiedene Länder, Transportrouten und beteiligte Akteure in der Lieferkette, um einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden. Hinzu kommt beispielsweise der Schutz der Energieinfrastruktur, etwa gegen Sabotage und Cyberattacken, aber auch gegen Extremwettereignisse als Folge des Klimawandels.
Stresstests finden Schwachstellen im System
Ein Instrument zur Prüfung, wie gut der Energiesektor gegen bestimmte Schocks gewappnet ist, sind zum Beispiel Stresstests, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Solche Tests können Schwachstellen im System identifizieren, die anschließend mit geeigneten Maßnahmen gezielt angegangen werden. Jedem Stresstest muss dabei eine objektive Risikoanalyse vorausgehen, welche die global veränderte Risikolandschaft umfassend berücksichtigt. Basierend darauf können Risikoszenarien definiert werden, deren Auswirkungen mithilfe von Modellen der Energienetze und -märkte berechnet werden.
Im Auftrag des BMWK hat ein Konsortium in jüngster Vergangenheit anhand von Schockszenarien die Resilienz der Gasversorgung untersucht. Solche Arbeiten zur Stärkung der Krisenvorsorge und des Krisenmanagements werden auch zukünftig weiter vorangetrieben, um die Energieversorgung in Deutschland resilienter zu machen und somit für zukünftige Krisen gewappnet zu sein.
Den ausführlichen Schlaglichter-Artikel „Energieversorgungssicherheit gewährleisten – Resilienz stärken“ finden Sie hier.