Energiewende in der Industrie
Erfolgreiche Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz © iStock.com/Tony Tremblay

Erfolgreiche Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz

Mit der Bundesförderung EEW werden seit 2019 die Energie- und Ressourceneffizienz und die Nutzung erneuerbarer Prozesswärme in Industrie und Gewerbe gesteigert. Ein aktueller Bericht zieht jetzt Bilanz.

Rund sieben Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (eine Maßeinheit für Treibhausgase) sparen die mehr als 55.000 bisher geförderten Projekte demnach jährlich ein und leisten somit einen großen Beitrag zur Erreichung der Treibhausgasneutralität bis 2045. Gleichzeitig wird auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gestärkt. 2,9 Milliarden Euro an Förderbeträgen wurden bis Ende 2023 ausgezahlt. Investitionen in Höhe von 9,7 Milliarden Euro konnten so ausgelöst werden. Das zeigt der Abschlussbericht zur „Evaluation der Bundesförderung Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft“, der die Jahre 2019 bis 2023 untersucht.

Mit der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) werden Unternehmen durch Zuschüsse und Kredite unterstützt, um mit ihren Investitionen Energie- und Ressourcenverbräuche zu senken und mittels Zuschussförderung Transformationspläne zu erstellen. Das gemeinsame Ziel: CO2 einsparen. Sechs Fördermodule und der Förderwettbewerb Energie- und Ressourceneffizienz helfen den Unternehmen dabei.

Die EEW-Förderelemente: Für jeden Bedarf das richtige Angebot

Mit dem EEW-Modul 1 werden Querschnittstechnologien in Unternehmen gefördert, etwa Motoren, Pumpen, Ventilatoren und die Anlagendämmung. Laut Evaluation entfielen auf das Modul über alle Jahre mit Abstand die meisten Förderzusagen (65 Prozent), gefolgt von Modul 4 (27 Prozent). Modul 1 ist somit das Modul mit der nach Antrags- und Bewilligungszahlen größten Breitenförderung im Förderpaket. Es richtet sich erfolgreich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und dient zudem als „Türöffner“ für Anträge in den anderen EEW-Modulen.

Mit Modul 2 werden Unternehmen unterstützt, die ihre Prozesswärmeerzeugung auf erneuerbare Energiequellen umstellen wollen. Insbesondere in der Zuschussvariante verzeichnet das Modul seit 2019 steigende Bewilligungszahlen. Das Ziel von 450.000 Tonnen Treibhausgas-Einsparung pro Jahr bis 2026 wurde bereits im Jahr 2023 übertroffen, wobei hier vor allem der verstärkte Einsatz von Biomasseanlagen eine Rolle spielt.

Modul 3 zielt auf den Erwerb und die Installation von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, sowie den Einsatz von Energiemanagementsoftware. Nachfrage und Umsetzung haben sich positiv entwickelt. Das Modul befähigt Unternehmen dazu, Einsparpotenziale zu ermitteln.

Modul 4 fördert technologieoffene Investitionen von Unternehmen, die zu einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen führen. Innerhalb der EEW entfielen dem Bericht zufolge auf das Modul 4 im Zeitraum 2019 bis 2023 rund die Hälfte der ausgezahlten Fördermittel (52 Prozent oder 1,49 Mio. Euro) und etwa zwei Drittel der erzielten Treibhausgas-Einsparungen (66 Prozent). Im Jahr 2023 waren es 4,5 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen.

Die Förderung wirkt also beschleunigend auf die Maßnahmenumsetzung und es werden mehr Einsparungen erzielt als ursprünglich geplant. Sowohl in Bezug auf die Nachfrage und die erzielten Einsparungen als auch in Bezug auf die Zufriedenheit der Fördernehmer hat sich das Modul erfolgreich entwickelt.

Der Förderwettbewerb fördert (ähnlich zum Modul 4) die Dekarbonisierung in Unternehmen technologieoffen. Im Vergleich zu Modul 4 können Unternehmen jedoch höhere Förderquoten erhalten, müssen sich aber dem Wettbewerb mit anderen Unternehmen stellen. Die schrittweise Erhöhung des Rundenbudgets seit der Novellierung der Förderrichtlinie 2021 führte zu einer deutlichen Erhöhung der bewilligten Fördergelder, insbesondere im Jahr 2023. Mit den bis 2023 geförderten Vorhaben konnte eine Emissionsminderung von rund 1,3 Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen pro Jahr erreicht werden.

Die Entwicklung von Strategien zur Dekarbonisierung wird mithilfe von Transformationsplänen in Modul 5 gefördert. Es wurde mit der Novelle zum November 2021 eingeführt. Von 2021 bis 2023 konnten bereits 687 Anträge bewilligt werden. Neben der Erstellung von Treibhausgasbilanzen für die Standorte sollen die Unternehmen durch die Ausarbeitung von konkreten Maßnahmen in die Lage versetzt werden, ihre Emissionen spürbar zu reduzieren.

Mit Modul 6 werden kleine Unternehmen gefördert, die ihre bisher mit fossilen Energieträgern betriebenen Anlagen auf Strom umstellen. Da das Modul erst im Mai 2023 etabliert wurde, sind bisher nur erste Einordnungen zur Zielerreichung möglich. Insbesondere in Bezug auf die Elektrifizierung kleiner Unternehmen gibt es positive Auswirkungen.

Erstellt wurde die Evaluation der Bundesförderung Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft von einem Konsortium bestehend aus dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), der Prognos AG, dem Öko-Institut e.V. und dem Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung an der Universität Stuttgart.

Impressum | Datenschutz |  Einwilligungsverwaltung