© BETD / Thomas Trutschel
BETD 2025: Veränderung als Chance
Im Fokus standen in diesem Jahr die Umsetzung der auf der Weltklimakonferenz COP28 vereinbarten Ziele, die globalen Ziele zum Ausbau der Erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und der Ausstieg aus fossilen Energieträgern sowie die Finanzierung der weltweiten Energiewende.
Gemeinsame Klammer der Zusammenkunft war das Thema „Veränderung als Chance“. Denn in Zeiten großer geopolitischer Spannungen ist der nachhaltige Umbau der Energiesysteme für Energiesicherheit und Klimaschutz so wichtig wie nie zuvor. Die globale Energiewende ist deshalb auch die Chance für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und Versorgungssicherheit. Als globales Projekt ist sie vor allem gemeinsam zu erreichen. Alleingänge einzelner Staaten reichen nicht aus, um die globalen Klimaziele und eine sichere Energieversorgung weltweit zu schaffen. Der BETD unterstrich deshalb besonders die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit.
Absichtserklärung für bilateralen deutsch-thailändischen Energiedialog
Deutschland setzt hier neben multilateralen Formaten auch auf langfristige Energie- und Klimapartnerschaften mit über 30 Ländern - um die notwendigen Investitionen in saubere Technologien und nachhaltige Infrastrukturen zu beschleunigen. Im Rahmen des BETD kam nun eine neue Partnerschaft dazu: Der Staatssekretär im BMWK Udo Philipp und der Berater des thailändischen Ministers für Energie Samerjai Suksumek unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung für die Einrichtung eines bilateralen deutsch-thailändischen Energiedialoges.
Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen die Dekarbonisierung der Energiesysteme und der Industrie, verbesserte Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen beider Länder und eine erhöhte Energieversorgungssicherheit. Die Absichtserklärung umfasst unter anderem den Austausch zu Energiepolitik, Energieeffizienz in der Industrie, Dekarbonisierung und Unternehmenskooperationen. Dazu sind politische Konsultationen zwischen den beiden Ländern sowie praxisorientierte Formate wie Workshops, Fachkonferenzen, Studienreisen und Unternehmensdialoge geplant.
Ein nächster Schritt sollen Projekte für mehr Energieeffizienz und die Dekarbonisierung der Industrie sein. Hierbei geht es insbesondere um den Aufbau von Energieeffizienz-Netzwerken in Thailand. Sie vernetzen deutsche und thailändische Unternehmen mit hohem Energieeinsparpotenzial. Durch den Aufbau solcher Netzwerke unter Einbindung deutscher Unternehmen können diese ihre Expertise und Technologien einbringen und langfristige Kooperationen aufbauen.
Besonders innovative Ideen und Lösungen für die Energiewende wurden auf dem BETD im Rahmen des Startup Energy Transition (SET) Tech Festivals mit dem „SET Award“ ausgezeichnet. SET ist eine globale Innovationsplattform, die 2016 von der Deutschen Energie-Agentur (dena) mit Unterstützung des BMWK gegründet wurde. Die Initiative vernetzt Start-ups in den Bereichen Energiewende und Klimaschutz mit Unternehmen, Investoren und anderen Start-ups.
Innovationen in Energiewende und Klimaschutz ausgezeichnet
Preisträger in der Kategorie „Clean Energy & Storage“ wurde die Schweizer Cowa Thermal Solutions AG. Ihre kompakten thermischen Speicher verbessern die Integration Erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz in städtischen Gebieten.
Die Nyobolt Ltd. (Vereinigtes Königreich) wurde in der Kategorie „Mobility & Transportation“ für ihre besonders schnell aufladbaren Batterien mit längerer Lebensdauer und reduziertem Bedarf an kritischen Rohstoffen ausgezeichnet. Die Technologie des Unternehmens treibt leistungsstarke Elektrofahrzeuge und Brennstoffzellen an.
In der Kategorie „Industry“ gewann die deutsche Cyclize GmbH. Sie wandelt Plastikabfälle und CO2 mithilfe eines patentierten Plasmareaktors in Synthesegas um, welches Erdgas ersetzen kann. Plastikverschmutzung und Treibhausgasemissionen können so reduziert werden.
Wie die Wiederverwendung von Baumaterialien durch digitale Prozesse von nur einem Prozent auf bis zu 80 Prozent gesteigert werden kann, hat die deutsche Concular GmbH, als Gewinner in der Kategorie „Buildings & Construction“ eindrucksvoll bewiesen. Durch die Bewertung von Gebäuden vor dem Abriss fördert das Unternehmen die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen, senkt Kosten und reduziert Abfälle.
Mit netzunabhängigen, solarbetriebenen Kühlschränken mit Eisbatterietechnologie hat sich dagegen das französische Unternehmen Koolboks befasst und in der Kategorie „Quality Energy Access & SDG-7“ gewonnen. Ihre Kühlschränke gewährleisten eine durchgehende Kühlung. Ein „Pay-As-You-Go“-Modell macht nachhaltige Kühlung zudem für afrikanische Unternehmen und Gemeinschaften erschwinglich.
Alle SET-Gewinner treffen mit ihren Innovationen den Nerv der Zeit, denn nie waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende günstiger: Die Kosten für Erneuerbare Energien sind stark gesunken, der weltweite Ausbau von Wind- und Solarenergie geht rasant voran und Speichertechnologien werden zunehmend wettbewerbsfähig. Auch die Entwicklung neuer Wasserstoffmärkte, der Ausbau der Netzinfrastruktur und die Förderung klimaneutraler Industrien sind zentrale Bausteine.
Die Frage ist nicht mehr, ob der Ausstieg aus fossilen Energien kommt, sondern wie wir ihn gestalten. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass bereits 2035 das Marktvolumen für zentrale Energiewendetechnologien so groß sein wird wie heute der globale Ölmarkt. Auf dem BETD ging es deshalb auch um faire Marktbedingungen, die soziale und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigen. Denn eine gerechte Energiewende bedeutet, dass alle Länder, unabhängig von ihrer Ausgangslage, Zugang zu klimafreundlichen Technologien und Investitionen haben.
Der Berlin Energy Transition Dialogue findet seit 2015 auf Einladung der Bundesregierung statt und wird gemeinsam mit dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar), der Deutschen Energie-Agentur (dena) und der Beratungsfirma eclareon organisiert.
Video-Aufzeichnungen und weitere Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.