Versorgungssicherheit
Silhouetten von Strommasten im Vordergrund, die vor einer unscharfen, beleuchteten Großstadtkulisse bei Dämmerung stehen. © iStock/s-cphoto

Blackout auf der Iberischen Halbinsel: Bericht bringt Licht ins Dunkel

Der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber Strom hat Anfang Oktober seinen Faktenbericht zum Blackout auf der Iberischen Halbinsel vom 28. April 2025 veröffentlicht. Er bestätigt, dass Spannungsprobleme zum Stromausfall geführt haben, macht aber keine Angaben zur Ursache.

Kaum jemand, der nicht schon einmal kurzzeitig ohne Strom auskommen musste. Im Jahr 2024 zum Beispiel betraf das Deutschlands Haushalte nach Angaben der Bundesnetzagentur (BNetzA) im Durchschnitt knapp zwölf Minuten lang. Das war gut eine Minute weniger als im Vorjahr und unterhalb des Schnitts der vergangenen zehn Jahre. Im internationalen Vergleich gehört das deutsche Stromnetz damit zu den zuverlässigsten.

Kommt es dagegen, wie am 28. April 2025 geschehen, zu einem längeren und großflächigen Stromausfall, spricht man von einem sogenannten Blackout, der erheblich stärkere Auswirkungen hat als ein kurzfristiger lokaler Stromausfall. Um 12.33 Uhr gingen in Spanien und Portugal großflächig die Lichter aus. Die öffentliche elektrische Stromversorgung war komplett zusammengebrochen. Der Bahnverkehr und der öffentliche Nahverkehr kamen zum Erliegen. Auch der Flugverkehr und Internetverbindungen waren beeinträchtigt. Viele Millionen Menschen in großen Städten wie Lissabon und Madrid spürten den Stromausfall im eigenen Zuhause. Etwa einen Tag später war die Stromversorgung wieder hergestellt. 

Abschlussbericht soll Handlungsempfehlungen für das gesamte europäische Stromnetz enthalten

Der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber Strom (ENTSO-E) untersucht die Umstände des Blackouts auf der Iberischen Halbinsel und hat Anfang Oktober seinen Faktenbericht vorgelegt. Das dazu eingesetzte Expertengremium bestätigt im Kern, dass Spannungsprobleme zum Stromausfall geführt haben, macht aber keine Angaben zur Ursache. Der Bericht stellt vielmehr den Ablauf der Ereignisse dar und zeigt weiteren Untersuchungs- und Klärungsbedarf.

Der noch folgende Abschlussbericht soll die Ergebnisse zu den Ursachen sowie konkrete Handlungsempfehlungen enthalten, um zukünftig ähnliche Ereignisse zu vermeiden. Die Handlungsempfehlungen werden dabei nicht nur für die Iberische Halbinsel gelten, sondern auch für das gesamte europäische Stromnetz. Der Abschlussbericht soll im ersten Quartal 2026 veröffentlicht und der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten vorgestellt werden.

Aus Sicht von ENTSO-E müssen zumindest die folgenden Bereiche weiter untersucht werden: verfügbare Instrumente zur Spannungsregelung, Verhalten der Netznutzer bei der Spannungshaltung und bei Abschaltungen, Wirkung des Systemschutzplans und mögliche Verbesserungen, Analyse der verschiedenen Schritte des Netz- und Versorgungswiederaufbaus, Datenaustausch mit allen Beteiligten zur Verbesserung des Systembetriebs.

Roadmap Systemstabilität für einen sicheren und robusten Netzbetrieb

Der Blackout unterstreicht die Bedeutung eines sicheren und robusten Netzbetriebs und die Notwendigkeit, die Widerstandsfähigkeit der Stromnetze für solche Ereignisse zu verbessern. Die Bundesregierung hat hierfür gemeinsam mit der Branche die Roadmap Systemstabilität erarbeitet, die aktuell umgesetzt wird. Ergänzt wird die Roadmap Systemstabilität durch den Systemstabilitätsbericht der Übertragungsnetzbetreiber. 2025 wurde dieser erstmalig durch die Netzbetreiber erstellt und von der Bundesnetzagentur mit Handlungsempfehlungen der Bundesnetzagentur veröffentlicht.

Die Bundesnetzagentur kommt dabei unter anderem zu dem Ergebnis, dass sich viele der von der spanischen Regierung in ihrem Bericht vom 17. Juni 2025 sowie im Bericht des spanischen Übertragungsnetzbetreibers vom 18. Juni 2025 formulierten ersten Handlungsempfehlungen in Deutschland bereits umgesetzt werden.

Den aktuellen ENTSO-E-Bericht, eine interaktive Karte zum Blackout und unter anderem umfangreiche FAQ finden Sie auf den Seiten des Verbandes.

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