Energieforschung
Rendering eines Batteriespeicherparks mit weißen Container-Einheiten, Solardächern und zwei Personen bei Tageslicht. © SUREVIVE

Leitung frei für innovative Batteriespeicher

Das Forschungsprojekt SUREVIVE untersucht, wie netzbildende Stromrichter mit Batteriespeichern im Verteilnetz zu einem sicheren und robusten Betrieb des Stromsystems beitragen können.

Seit dem 10. Oktober ist ein innovativer Batteriespeicher-Park am Netz. Ein Konsortium aus Westnetz, Schoenergie GmbH, Fraunhofer ISE und der Universität Stuttgart führt damit einen Feldtest in einem realen Mittelspannungsverteilnetz durch. Neben mehreren netzbildenden Stromrichtern der Megawatt-Klasse in Kombination mit Batteriespeichern werden auch bestehende PV-Anlagen und Stromverbraucher eingebunden.

Netzbildende Stromrichter gelten als eine der Schlüsseltechnologien für das zukünftige Stromsystem. Der Hintergrund: Bislang hielten vor allem Kraftwerke mit drehenden Generatoren das Stromnetz stabil. Zukünftig sollen das Anlagen mit netzbildenden Stromrichtern übernehmen. So wird beispielsweise die sogenannte Momentanreserve bereitgestellt, eine in Millisekunden verfügbare Leistungsreserve von Energieanlagen, die Schwankungen im Netz ausgleichen kann und für einen stabilen Netzbetrieb zwingend notwendig ist. Ohne ausreichende Momentanreserve ist das Netz instabiler und anfälliger für Störungen bis hin zu Stromausfällen.

20 Megawatt Leistung und 54 Megawattstunden Speicherkapazität

Durch die Kombination von Batteriespeichern mit netzbildenden Stromrichtern kann außerdem ein Stromnetzbereich „schwarz“ – also etwa nach einem großflächigen Stromausfall wie zuletzt auf der Iberischen Halbinsel im April 2025 – wieder gestartet und betrieben werden. Da der Batteriespeicherpark mit den netzbildenden Stromrichtern im Projekt SUREVIVE (kurz für: Stabilitäts-Versuche zur Momentanreserve-Erbringung aus Verteilnetz-Anlagen) direkt an ein Umspannwerk zwischen Mittel- und Hochspannungsnetz angeschlossen ist, könnte so das gesamte angeschlossene Mittelspannungsnetz nach einem Blackout wieder gestartet werden.

Mit der Einweihung des Batteriespeicher-Parks mit insgesamt 20 Megawatt Leistung und 54 Megawattstunden Speicherkapazität können nun die Feldversuche des Projekts starten. Mit ihrer Hilfe werden wichtige praktische Erfahrungen mit netzbildenden Stromrichtern im realen Verteilnetz gesammelt. Das unterstützt auch die Einführung von netzbildenden Stromrichtern im Rahmen der marktgestützten Beschaffung von Momentanreserve, die Anfang 2026 starten wird.

Leitfaden zum Anschluss und Betrieb von netzbildenden Stromrichtern in Verteilnetzen

Als ein Ergebnis des Feldtests soll auch ein Leitfaden zum Anschluss und Betrieb von netzbildenden Stromrichtern in Verteilnetzen erstellt werden, der Anlagenherstellern, Anlagenprojektierern und Anlagenbetreibern sowie Verteilnetzbetreibern Orientierung gibt.

Das Projekt SUREVIVE ist in die Arbeiten der Roadmap Systemstabilität eingebettet und wird von einem Beirat begleitet, in dem auch das BMWE vertreten ist. Es läuft seit Juli 2024 und noch bis Juni 2028 und wird im 8. Energieforschungsprogramm des BMWE mit rund fünf Millionen Euro gefördert.

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