© Ueslei Marcelino/COP30
Globale Energiewende im Fokus der Weltklimakonferenz
Zehn Jahre nachdem sich die Staatengemeinschaft im Pariser Klimaabkommen darauf geeinigt hatte, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, steht die globale Energiewende weiter im Fokus. Sie ist zentral, um CO2-Emissionen zu senken und die Ziele des Abkommens von Paris zu erfüllen. Bis 2030 sollen dafür die globale Energieeffizienz verdoppelt und die Kapazitäten Erneuerbarer Energien verdreifacht werden. Diese Ziele wurden in Belém bekräftigt, wenngleich die Abschlusserklärung insgesamt hinter den Erwartungen zurückblieb.
Fahrplan zum schnelleren Umstieg auf Erneuerbare Energien
Dennoch gab es wichtige Signale: So kündigte COP30-Präsident do Lago unter anderem die Erstellung eines Fahrplans zur Beschleunigung des Umstiegs auf Erneuerbare Energien schon im kommenden Jahr an. Auch wenn der Zeitdruck wächst, führt der Weg in die richtige Richtung, sagte er. Nachhaltige Energiequellen auszubauen und Lieferketten breiter aufzustellen, werde dabei zu einem gemeinsamen Projekt, das Stärke aus Vielfalt zieht.
Deutschland setzt auf internationale Zusammenarbeit, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Die bilateralen Energiepartnerschaften des BMWE leisten einen wichtigen Beitrag: Sie bündeln Wissen, treiben gemeinsam die Energiewende voran und schaffen neue wirtschaftliche Chancen. Im Verbund mit 32 Ländern wird derzeit an der Transformation der Energiesysteme gearbeitet. (wir berichteten).
Starke Allianzen für Energiefortschritt
Doch wie sollte die Zusammenarbeit im Energiebereich gestaltet werden, um Energiewende, Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung zu vereinen? Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, Industrie und Zivilgesellschaft trafen sich am Rande der COP, um genau das zu besprechen. Die Podiumsdiskussion „Empowering the Global Energy Transition Through Partnerships“ (Mit starken Partnerschaften die globale Energiewende voranbringen) des BMWE brachte unter anderem den für den internationalen Wasserstoffhochlauf zuständigen Referatsleiter Dr. Gunther Grathwohl (BMWE), Vorständin Ingrid-Gabriela Hoven (GIZ) sowie den brasilianischen Staatssekretär des Energieministeriums, Dr. Jorge Islas Sampeiro ins Gespräch. Die gesamte Diskussion können Sie hier on demand sehen.
Alle waren sich einig: Die globale Energiewende lässt sich nur dort erfolgreich gestalten, wo Partnerländer gemeinsam handeln, Synergien nutzen und den technologischen Wandel vorantreiben. Gezielte Kooperationen beschleunigen nicht nur den Ausbau der Erneuerbaren, sie schaffen auch Arbeitsplätze. Gleichzeitig ermöglichen sie Wissenstransfer und nachhaltige Wertschöpfung. Die Erfahrung zeigt zudem: Länder, die partnerschaftlich arbeiten, transformieren ihre Energiesysteme schneller, preiswerter und sind resilienter gegenüber globalen Energiekrisen.
Erneuerbare als Wachstumstreiber
Die gute Nachricht: Die globale Energiewende schreitet so schnell voran wie noch nie. Bereits heute stammt nahezu ein Drittel des globalen Stroms aus erneuerbaren Quellen. Sonnen- und Windenergie zählen dabei zu den günstigsten Energiequellen und eröffnen in vielen Ländern neue Perspektiven.
Damit die Energiewende weiter vorankommt, braucht es unter anderem ausgebaute Stromnetze und eine zuverlässige Netzeinspeisung der Erneuerbaren. Ebenso wichtig sind die Förderung von nachhaltigem Wasserstoff, Speicherlösungen oder erneuerbaren Wärmesystemen - damit die Dekarbonisierung wichtiger Sektoren wie Industrie, Verkehr oder Gebäude gelingt.
Pilotprojekte, Schlüsseltechnologien und urbane Transformation
Auch hier stellen Energiepartnerschaften wichtige Weichen und fördern diesen Wandel durch Leuchtturmprojekte vor Ort. Durch den Einsatz deutscher Technologien stärken sie zeitgleich den Marktzugang für deutsche Anbieter.
So können die Reduktion von Treibhausgasen in energieintensiven Branchen wie beispielsweise der Stahl- und Chemieindustrie erreicht werden. Einsparungen in diesen Bereichen sind notwendig, um die Erderwärmung zu begrenzen.
Neben der Industrie rückt auch die Transformation des Gebäudesektors in den Fokus: rund 70 Prozent der globalen Treibhausgase entstehen in Städten. Eine nachhaltige Energieversorgung hat daher besonders große Auswirkungen auf urbanes Leben. Das betrifft allen voran die Verkehrsnetze und die Wärmeversorgung der Haushalte.
All das zeigt deutlich: Energiewende braucht die Verzahnung von Politik und Wirtschaft. Energiepartnerschaften sind somit ein strategischer Baustein für eine widerstandsfähige, nachhaltige und fair gestaltete globale Energiewelt.