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Praktische Planungshilfen für Wasserstoffprojekte
Um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu beschleunigen, braucht es neben technologischen Innovationen auch verlässliche Regeln, praktische Anleitungen und einheitliche Standards. Die Forschungsprojekte „Portal Green II“ und die „Normungsroadmap Wasserstofftechnologien“ bieten Fachleuten nun konkrete Unterstützung in der Praxis: die Portal Green II auf der Ebene individueller Anlagen, die „Normungsroadmap Wasserstofftechnologien“ auf übergeordneter Ebene.
Fünf praxisnahe Anleitungen für H2-Infrastruktur: Portal Green II
Portal Green II hat kürzlich fünf Leitfäden veröffentlicht, die zentrale Fragen zur Genehmigung und Planung sowie zum Bau und Betrieb von Wasserstoffinfrastrukturen abdecken – von großtechnischen Power-to-Gas-Anlagen (vor allem von Elektrolyseuren) über kleinere Wasserstoffanlagen im Gebäudebereich (Erzeugung, Speicherung, Nutzung) bis hin zu Wasserstoff-Pipelines.
Dazu gehören der Genehmigungsrechtliche und der Technische Leitfaden für Power to Gas-Anlagen (PtG), der Leitfaden für Wasserstoff-Anlagen in der Technischen Gebäudeausrüstung sowie der Genehmigungsrechtliche und der Technische Leitfaden für Wasserstoff-Netzinfrastrukturen.
Die Leitfäden helfen, Unsicherheiten im Umgang mit neuen Technologien abzubauen und Prozesse zu vereinfachen. Ergänzend bietet das Projekt eine interaktive Einspeiselandkarte, die erstmals einen kompakten Überblick über reale Wasserstoff-Einspeiseprojekte in Deutschland schafft.
Damit liefert Portal Green II genau jene Praxishilfen, die Projektentwickler, Kommunen, Netz- und Anlagenbetreiber, aber auch Behörden benötigen, um Wasserstoffnetze und PtG-Anlagen effizient auf den Weg zu bringen. Ihr Ziel ist die praktische Unterstützung für den Ausbau von Netzen und Anlagen.
Einheitlichkeit statt Insellösungen: Normungsroadmap Wasserstofftechnologien
Während Portal Green II die operative Planung durch konkrete Hilfestellung für Infrastrukturprojekte unterstützt, setzt die Normungsroadmap Wasserstofftechnologien an der systemischen Ebene an: Sie definiert, wo Normen und Standards erforderlich sind, um eine verlässliche und sichere Wasserstoffwirtschaft zu ermöglichen. Ob Erzeugung, Transport, Speicherung oder Nutzung – klare Standards reduzieren Entwicklungsaufwand, beschleunigen Markteinführungen und schaffen Vertrauen bei Investoren.
Innerhalb der Projektlaufzeit haben mehr als 700 Fachleute aus Industrie, Wissenschaft und Normungsorganisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bestehende Regelwerke analysiert, Lücken in der Normung identifiziert und über 300 Empfehlungen formuliert. Entstanden sind 69 neue Normungs- und Standardisierungsprojekte auf nationaler und internationaler Ebene.
Damit hilft die Roadmap bei Herausforderungen wie einheitlichen Schnittstellen und gemeinsamen Begrifflichkeiten, mehr Transparenz, Sicherheit und Verlässlichkeit für Planung und Betrieb sowie bei einer besseren sektorübergreifenden Kompatibilität und Skalierbarkeit von Wasserstofftechnologien. So können sich Infrastruktur, Erzeugung, Speicherung oder Nutzung auf dieselben technischen und sicherheitsrelevanten Grundlagen stützen.
Warum beide Initiativen zusammen entscheidend sind
Beide Projekte wollen den Aufbau des Wasserstoffmarktes voranbringen. Leitfäden geben Planenden praktische Entscheidungshilfen, während Standards langfristig ein stabiles technisches Fundament schaffen. Dadurch sollen Projekte künftig schneller genehmigt, sicherer betrieben und planbarer finanziert werden.
Für die Zukunft heißt das: weniger Unsicherheit, weniger Reibungsverluste, klarere Verfahren. Beide Projekte leisten somit unmittelbar einen Beitrag zur „Mission Wasserstoff“ des 8. Energieforschungsprogramms.