Energiewende-Statistik
Hände bedienen Laptop und Grafik-Tablet mit angezeigten Geschäftsdiagrammen und Daten. Fokus auf digitales Arbeiten. © iStock.com/manfeiyang

Kurze Frage: Wie geht´s der Energiewende in Deutschland?

Die unabhängige Expertenkommission zum Energiewende-Monitoring liefert in der aktuellen Ausgabe ihres jährlichen Berichts jede Menge Daten, Fakten, Antworten, Handlungsempfehlungen und Ausblicke auf mehr als 500 Seiten.

Kennen Sie das? Fragen wir jemanden im Vorübergehen wie es ihm geht, kommt oft ein pauschales „Gut“ zurück. Erst wenn wir genauer hinsehen, nachfragen und hinhören, erkennen wir die Einzelheiten. Vieles hängt miteinander zusammen. Doch wird unser Gegenüber verstehen, was wir sagen? Kurze Frage, lange Antwort? Oder belassen wir es lieber bei der pauschalen Aussage? 

Wie geht es eigentlich der Energiewende in Deutschland? Gut, dass sich mit dieser Frage für jedes Jahr gleich eine ganze Expertenkommission befasst, denn sie ist kaum mit einem Wort zu beantworten. In einem detaillierten Bericht widmet sie sich jedes Jahr dem Fortschritt der Energiewende und stellt verständlich aufbereitet jede Menge aktuelle Daten und Fakten bereit. Sie geht außerdem der Frage nach, wo künftig weitere Anstrengungen erforderlich sind - wichtige Voraussetzungen für eine belastbare und transparente Diskussion.

Maßnahmen zur Energiewende überprüfen und Handlungsbedarfe aufzeigen

Das Monitoring durch die unabhängige Expertenkommission soll die Umsetzung von Maßnahmen zur Energiewende überprüfen und gegebenenfalls Handlungsbedarfe aufzeigen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Erreichung der Energiewende-Ziele - mit Blick auf eine sichere, wirtschaftliche und bezahlbare sowie umweltverträgliche Energieversorgung. Deutschland hat sich - gemeinsam mit seinen europäischen Nachbarn - dazu verpflichtet, in nur rund zwei Jahrzehnten klimaneutral zu werden. Dafür braucht es einen grundlegenden Umbau unseres Energiesystems. Der Bericht bezieht sich auf das Jahr 2023 und stellt (soweit aktuellere Daten vorliegen) auch Entwicklungen in den Jahren 2024 und 2025 dar.

Da der Krieg in der Ukraine weiter andauert und Handelsstreitigkeiten wichtige Lieferketten infrage stellen, legt die Expertenkommission in ihrem diesjährigen Bericht einen besonderen Fokus auf die Preiswürdigkeit und Bezahlbarkeit der Energiewende, auf die Betrachtung der Resilienz des deutschen Energiesystems und auf etwaige Abhängigkeiten von Importen. Dafür werden sowohl die Lieferketten der konventionellen Energieträger wie Kohle und Gas als auch die Abhängigkeit von Importen strategischer Rohstoffe wie Lithium oder Seltene Erden (die für die Transformation des deutschen Energiesystems hin zu erneuerbaren Technologien essenziell sind) analysiert.

Fünf Personen, darunter Minister, stehen vor der deutschen und EU-Flagge. Einer hält eine Urkunde entgegen. © BMWE / Andreas Mertens

Für 2023 und 2024 steht die Energiewende-Ampel überwiegend auf Gelb

Die Expertenkommission benennt in ihrem Bericht auch Herausforderungen, die in einer immer komplexeren energiepolitischen Lage bestehen. Für die Jahre 2023 und 2024 steht die Energiewende-Ampel überwiegend auf Gelb. Die Expertenkommission drückt damit aus, dass die Ziele der Energiewende zwar weiterhin erreicht werden können, diese Zielerreichung jedoch kein „Selbstläufer“ ist.

Vielmehr sehen die Kommissionsmitglieder in allen Dimensionen politischen Handlungsbedarf, damit die Transformation des Energiesystems möglichst kostengünstig und schnell gelingt. Beispielsweise müssten die Systemkosten gesenkt werden, um die Effizienz der Energiewende zu steigern, heißt es in dem Papier. Auch mit Blick auf die Versorgungssicherheit und die Netzinfrastruktur sehen die Experten Handlungsbedarf und geben konkrete Handlungsempfehlungen. Das letzte Kapitel des Berichts ist einer wirksamen Energie- und Klimapolitik gewidmet.

„Energiepolitische Entscheidungen dürfen keine Fehlinvestitionen oder Überregulierung erzeugen, sondern müssen auf Markt, Technologievielfalt und Innovation setzen“, sagte der zuständige Staatssekretär im BMWE Frank Wetzel dazu. Der Bericht werde nun ausgewertet und mit den Expertinnen und Experten diskutiert. Der Kommission gehören Herr Prof. Dr. Andreas Löschel (Vorsitzender), Frau Prof. Dr. Veronika Grimm, Frau Prof. Dr. Anke Weidlich und Herr Dr. Felix Matthes an.

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