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Luftfahrtforschungsprogramm neu ausgerichtet
Deutsche Unternehmen haben sich einen festen Platz im internationalen Luftfahrzeug- und Triebwerksbau erarbeitet. Doch diese Position ist nicht mit dem Autopiloten zu halten. Um die Technologieführerschaft im schärfer werdenden globalen Wettbewerb behaupten und ausbauen zu können, unterstützt das BMWE diesen Sektor mit Forschungsmitteln aus dem Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo). In den vergangenen 30 Jahren sind dadurch viele richtungsweisende Innovationen entstanden - darunter nachhaltigere Flugzeuge durch leichtere, thermoplastische Verbundstoffe, Wasserstofftechnologien für nachhaltige Luftfahrt und schnelllaufende Niederdruckturbinen für effizientere Triebwerke. Nachzulesen sind diese und andere Erfolgsgeschichten in der Broschüre „Die Zukunft der Luftfahrt gestalten“ des BMWE.
Dennoch bleiben die Herausforderungen groß, denn die Luftfahrt ist im Vergleich zu anderen Industrien der wohl am schwierigsten zu dekarbonisierende Sektor. Weiteres Wachstum ist nur dann mit den Klimaschutzbestrebungen der Staaten vereinbar, wenn es gelingt, den ökologischen Fußabdruck der Luftfahrt wesentlich zu reduzieren. Ziel ist es, die Umweltwirkungen von Flugzeugen zu minimieren und so die Auswirkungen des Luftverkehrs auf Menschen, Natur und Klima nachhaltig zu verringern. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Deutschland will dieses Ziel bereits 2045 erreichen. Damit hat eine neue Dynamik in der Entwicklung von Technologien in der Luftfahrt eingesetzt. Bisherige Strategien zu den Weiterentwicklungen von Luftfahrttechnologien kommen an ihre Grenzen.
Forschungsprogramm wird dynamisch an zukünftige Herausforderungen und Entwicklungstrends angepasst
Damit die Luftfahrtforschung auch weiterhin zukunftsweisende Innovationen hervorbringen kann, wurde das Forschungsprogramm neu ausgerichtet. Es soll sich dynamisch an zukünftige Herausforderungen und Entwicklungstrends anpassen können. Dafür wurden gemeinsam mit der Luftfahrtbranche zehn Handlungsfelder für eine zukunftsfähige Luftfahrtforschung erarbeitet. Dazu gehören zum Beispiel die Themenbereiche Antriebe, Strukturen und Bauweisen, Flugzeugsysteme, Innovative Air Mobility und Digitalisierung. Ziel der Handlungsfelder für eine zukunftsfähige Luftfahrt ist es, ein technologisches Leitbild zu erstellen, das einen Orientierungsrahmen für künftige Weiterentwicklungen des Luftfahrtforschungsprogramms des Bundes bietet.
Die Neuausrichtung des Forschungsprogramms stützt sich dabei auf drei Säulen: Innovative Basistechnologien sollen für eine zukunftssichere Strategie weiterentwickelt werden, um Einsparpotenziale von bis zu 50 Prozent im Energiebedarf bis 2050 erreichen zu können. Diese Technologien sind auch für künftige klimaneutrale Flugzeuge eine zwingende Voraussetzung. Die zweite Säule bilden „risikoreichere“ fossilfreie Kerntechnologien für das klimaneutrale Fliegen. Die dritte Säule sind Querschnittstechnologien wie MRO (Maintenance, Repair, Overhaul – im Deutschen: Wartung, Reparatur, Überholung) und Digitalisierung, die den gesamten Lebenszyklus der zukünftigen Luftfahrtprodukte und -prozesse unterstützen und zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen.
Das neue Luftfahrtforschungsprogramm setzt somit auf eine Kombination aus innovativen Technologien mit hohem Erfolgspotenzial und risikoreicheren Lösungen - die neue Märkte und Geschäftsmodelle hervorbringen können - um die Zukunft der Luftfahrt zu gestalten. Es wurde digital veröffentlicht und kann so in regelmäßigen Abständen den Bedingungen des technologischen Wandels angepasst werden. Eine Internetseite informiert rund um die Neuausrichtung im Detail.