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Aber sicher: Wie Energieforschung vor neuen Gefahren schützt
Unser Energiesystem wird immer komplexer. Wo einst ein einziges Kraftwerk eine ganze Region versorgte, liefern nun zum Beispiel viele Wind- oder Solarkraftwerke von verschiedenen Standorten die Energie für Haushalte und Industrie. Mit dem Umbau zu einem solchen dezentralen und klimaverträglichen Energiesystem entstehen große Chancen, aber auch wachsende Anforderungen an Stabilität und Widerstandskraft. Die Expertenkommission zum Energiewende-Monitoring hat in ihrem Monitoringbericht 2025 Versorgungssicherheit deshalb als maßgeblichen Indikator für den Erfolg des Systemumbaus hervorgehoben, insbesondere im Umgang mit geopolitischen und marktseitigen Risiken.
Forschung stärkt Resilienz und Versorgungssicherheit
Forschungsvorhaben, die das BMWE im 8. Energieforschungsprogramm (8. EFP) fördert, sollen das Energiesystem gegen diese Risiken stärken. Die entstehenden Innovationen liefern die Technologien und Anwendungen, um Energiesicherheit zu erhalten und die Versorgung widerstandsfähig gegenüber Schwankungen, Störungen und Angriffen zu machen.
Eine resiliente Energieversorgung ist mehr als Versorgungssicherheit: Sie umfasst auch den Schutz vor Cyberangriffen, Versorgungsausfällen infolge geopolitischer Unsicherheiten oder Sabotage, Technologieabhängigkeiten sowie extremen Klimaereignissen. Durch Forschung entstehen also konkrete Handlungsmöglichkeiten, die über technologische Innovation hinaus Planungsinstrumente, Sicherheitsstrategien und digitale Schutzmechanismen bereitstellen. Die Projekte „Resilient“ und „Kritis³m“ sind zwei solcher Forschungsvorhaben.
Planungswerkzeug für eine widerstandsfähige Energieinfrastruktur
Doch wie plant man ein klimaverträgliches, flexibles und zugleich resilientes Energiesystem? Genau damit beschäftigt sich das Projekt Resilient. Es erweitert ein europaweit genutztes Open-Source-Modell (dt. offene Quelle, frei und für jeden zugänglich), das Strom, Wärme, Gas und Wasserstoff gemeinsam betrachtet. Neue Methoden helfen, Unsicherheiten systematisch einzubeziehen und etwa Industrie- und CO2-Infrastruktur realitätsnäher abzubilden. Die Ergebnisse werden so veröffentlicht, dass Planende, Forschung und Industrie gleichermaßen davon profitieren können. In europäischen Fallstudien zeigt das Forschungsteam, wie sich damit ein krisenfestes, klimaneutrales Energiesystem planen lässt.
Cybersicherheit für Energie- und Wassernetze
Das Projekt Kritis3m stärkt die digitale Sicherheit von Energie- und Wasserversorgung. Ziel ist es, die Kommunikation zwischen Leitstellen, Netzknoten und Anlagen zuverlässig vor Angriffen zu schützen. Dafür entwickelt das Team eine flexible Verschlüsselung, die sich auch künftig an neue Bedrohungen, wie zum Beispiel durch Quantencomputer, anpassen lässt. Zusätzlich sollen intelligente Sicherheitsmodule Manipulationen oder Angriffe frühzeitig erkennen und Alarm schlagen. So entsteht ein Schutzsystem, das sich in bestehende Netze integrieren lässt und hilft, kritische Infrastrukturen dauerhaft stabil und sicher zu betreiben.
Diese und weitere Forschungsarbeiten schaffen Grundlagen dafür, dass die Energieversorgung zuverlässig funktioniert. So wird Resilienz zu einem zentralen Baustein für Energiesicherheit und zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Transformation des Energiesystems.
Weiterführende Informationen:
- Artikel auf energieforschung.de: „Forschung schützt Energiesystem vor Störfällen und Angriffen“
- Informationen zur Forschungsmission Energiesystem des 8. Energieforschungsprogramms zur angewandten Energieforschung
- BMWE-Dossier: „Mit Energieforschung zu Innovationen für ein bezahlbares, resilientes und klimaverträgliches Energiesystem“