© Stadt Görlitz / Nikolai Schmidt
Spatenstich für nachhaltiges deutsch-polnisches Fernwärmeprojekt
Aus zweien wird eins: Die bisher getrennten Wärmenetze auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze zwischen dem sächsischen Görlitz und seiner polnischen Schwesterstadt Zgorzelec werden künftig im Verbund Fernwärme auf beiden Seiten der Neiße verteilen. Das grenzüberschreitende Fernwärmeprojekt UNITED HEAT gilt als kraftvolles Symbol für die deutsch-polnische Partnerschaft und die europäische Zusammenarbeit im Energiebereich.
Das gemeinsame Projekt der Stadtwerke Görlitz und des polnischen Wärmeversorgers SEC Zgorzelec sieht bis 2030 die vollständige Dekarbonisierung und die Verbindung der bislang getrennten Wärmenetze vor. Im Beisein von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erfolgte Ende März der erste Spatenstich. Er markiert den Baubeginn des ersten von insgesamt zwölf geplanten Leitungskilometern.
„UNITED HEAT zeigt eindrucksvoll, wie Kommunen bei der Wärmeversorgung über Ländergrenzen hinweg erfolgreich zusammenarbeiten können. Durch die Verknüpfung der deutschen und polnischen Fernwärmenetze wird der Wärmesektor kosteneffizient dekarbonisiert und unsere Energiesicherheit gestärkt, für eine moderne Infrastruktur zum Vorteil der Unternehmen und Verbraucher in Görlitz und Zgorzelec“, sagte die Ministerin.
Energiewende voranbringen und gleichzeitig Kosten sparen
Denn Grenzregionen wie die beiden deutsch-polnischen Partnerstädte können durch lokale grenzüberschreitende Initiativen nicht nur Vorreiter der Energiewende werden, die gemeinsame Sache spart auch Kosten: Bei Investition und Betrieb lassen sich durch UNITED HEAT insgesamt voraussichtlich mehr als sechs Millionen Euro einsparen. Der Energiepreis soll fast acht Prozent niedriger liegen als bei einer nationalen Lösung. Die Bundesregierung stellt für das Projekt rund 80 Millionen Euro über die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze bereit. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) ist über die Deutsch-Polnische Energieplattform beteiligt, gefördert vom Auswärtigen Amt.
In den Bereichen nachhaltige Energieinfrastruktur und technologische Innovation soll die deutsch-polnische Partnerschaft besonders in den vom Strukturwandel betroffenen Kohleregionen weiter gestärkt und ausgebaut werden. Das hatten Bundesministerin Katherina Reiche, Vertreter des polnischen Energieministeriums, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Marschall von Niederschlesien Pawel Gancarz, sowie der Woiwodin Anna Żabska im Anschluss an den Startschuss für UNITED HEAT gemeinsam besprochen. Denn der deutsche Ausstieg aus dem Kohleabbau bis 2038 beinhaltet explizit auch eine breite Unterstützung für diese stark vom Strukturwandel betroffenen Regionen.