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IEA-Bericht: Globaler Markt für Energietechnologien wächst weiter
Der Bericht ist die neueste Ausgabe der „IEA Energy Technology Perspectives“ (ETP) und eine umfassende Aktualisierung der vorherigen ETP-Ausgabe vom Oktober 2024 zu Entwicklungen im Bereich Energietechnologien. Er untersucht Marktentwicklungen und Lieferketten unter anderem für Elektroautos, Batterien und Technologien im Kontext Erneuerbarer Energien – mit einem besonderen Schwerpunkt auf Versorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit.
Ein zentraler Befund des Berichts ist die anhaltend positive Marktdynamik sauberer Energietechnologien. Ihr globaler Marktwert ist im vergangenen Jahr um durchschnittlich 20 Prozent pro Jahr gewachsen und erreichte 2025 knapp 1,2 Billionen US-Dollar. Der Markt könnte auf fast drei Billionen US-Dollar bis 2035 anwachsen. Dies entspräche einem größeren Volumen als dem des globalen Ölmarktes im vergangenen Jahr.
Sinkende Kosten und wachsende Wettbewerbsfähigkeit
Getragen wird diese Entwicklung vor allem durch rasant sinkende Kosten und wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Rund 80 Prozent der weltweiten Solar-PV- und Windstromerzeugung erfolgen inzwischen zu niedrigeren Stromgestehungskosten als Kohle- oder Gaskraftwerke. Die Kosten für Solar-PV sind seit 2010 um 90 Prozent und für Wind um 70 Prozent gefallen. Batteriepreise sanken im letzten Jahrzehnt um 75 Prozent, mit der Folge, dass batteriebetriebene Elektroautos 2025 bereits rund ein Viertel des globalen Automarktes ausmachten und in einigen Schwellenländern im Kaufpreis unter vergleichbaren Verbrennern liegen.
Auch bei Technologien in früheren Entwicklungsstadien ist Wachstum erkennbar. Die Investitionen in Projekte zur emissionsarmen Wasserstoffproduktion stiegen beispielsweise 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 80 Prozent. Der Handel bleibt ein zentraler Faktor für die Energietechnologiemärkte. Nach einem Rückgang im Jahr 2024 erholte sich der globale Bruttohandelswert mit wichtigen Energietechnologien 2025 um rund zehn Prozent, obwohl die Preise für einige Produkte sanken. Allein China deckt dabei 60 bis 85 Prozent der Produktionskapazität entlang der gesamten Lieferkette ab.
Der IEA-Bericht unterstreicht außerdem, dass die Kostenunterschiede je nach Technologie variieren. Bei Batterien erklären Fertigungseffizienz und Automatisierung über 40 Prozent des Kostenvorteils Chinas gegenüber Europa. In der Produktion von Windkraftanlagenflügeln machen Energie- und Arbeitskosten 75 Prozent des Produktionskostenunterschieds aus. Bei der Herstellung von Solar-PV-Wafern und Polysilizium sind es 65 Prozent.
Erstmals auch Analyse zur Lieferkettensicherheit
In energieintensiven vorgelagerten Branchen wie der Stahl- und Aluminiumindustrie können die Energiekosten mehr als zwei Drittel der gesamten Produktionskosten ausmachen. Der Zugang zu kostengünstigen Erneuerbaren Energien könnte unter bestimmten Bedingungen die wasserstoffbasierte Stahlproduktion in wichtigen Stahlproduktionsländern wie den USA, China und Indien wettbewerbsfähig machen.
Erstmals enthält das Papier auch eine Analyse zur Lieferkettensicherheit. Sie zeigt, was geschehen würde, wenn der größte einzelne Anbieter einer Technologie vom Markt verschwände. In den meisten untersuchten Lieferketten ist das China. Zwar könnte der Großteil der Nachfrage auch durch die Produktion außerhalb der Volksrepublik gedeckt werden - fast jede größere Lieferkette enthielt aber mindestens einen Schritt, bei dem ohne den größten Hersteller weniger als ein Viertel der Nachfrage abgesichert wäre. Die gesamte Lieferkette könnte dadurch also gefährdet sein.
Die wirtschaftlichen Folgen solcher Produktionsunterbrechungen variieren je nach Technologie: „Ein einmonatiger Stopp der chinesischen Batterieexporte würde die Produktion von Elektroautofabriken weltweit um schätzungsweise 17 Milliarden US-Dollar reduzieren, wobei mehr als die Hälfte der Verluste in der Europäischen Union entstehen würde. Eine ähnliche Unterbrechung der chinesischen Solarexporte würde die monatliche Produktion von Solarmodulfabriken außerhalb Chinas um rund eine Milliarde US-Dollar verringern, wobei Südostasien und Indien über 40 Prozent der betroffenen Produktion ausmachen würden“, heißt es in dem Bericht.