Energiepolitik
Das Bild zeigt ein weites Feld mit Solaranlagen und Windkraftanlagen. © Adobe Stock/ sdecoret

Bundesministerin Katherina Reiche zur Energiestrategie für Deutschland

Ein Land, das Klimaschutz und Wohlstand vereint: Mit eigenen Worten hat Bundesministerin Katherina Reiche in der Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie im Handelsblatt ihre Energiestrategie für Deutschland vorgestellt und erklärt. Eine Zusammenfassung.

Die Bundesministerin sagt es klar und deutlich: Sie steht hinter der Energiewende. Denn damit Energie auch langfristig bezahlbar ist, bleibt der Ausbau der Erneuerbaren Energien ein unerlässlicher Eckpfeiler. Die Energiewende kann jedoch nur mit Augenmaß und Kosteneffizienz langfristig gelingen, ist Reiche überzeugt. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und im Handelsblatt spricht sie über ihre Wachstumsagenda für Deutschland. Ein zentraler Punkt dabei: die Energiestrategie.

Eine der schwersten Energiekrisen der Geschichte

Man dürfe nicht riskieren, in zehn Jahren auf ein Land zurückzuschauen, das seine Industrie verloren hat, weil es die Systemkosten ignoriert, heißt es darin. Diese könnten bis 2035 auf rund 90 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Langfristig gesteckte, ambitionierte Ziele wie ein Erneuerbaren-Anteil von 80 Prozent am Strommix im Jahr 2030 und das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 stünden inzwischen explodierenden Strompreisen entgegen.  

Auch Deutschlands natürliche Gegebenheiten setzen Grenzen: begrenzte Gasvorkommen, begrenzte Wasserkraft, weniger Sonne als Südeuropa, große Entfernungen zwischen Erzeugung und Verbrauch. Die neue industrielle Revolution – KI, Rechenzentren und elektrifizierte Industrie jedoch, brauchen große Mengen an preiswertem Strom. „Wenn wir den nicht liefern, verlieren wir Investitionen, Innovation und Souveränität“, ist Reiche überzeugt.

Netzanschlusspaket: Verantwortung neu verteilt

Strom, der wegen Netzüberlastung abgeregelt werden muss, darf nicht mehr von der Allgemeinheit bezahlt werden. Wer in überlasteten Netzgebieten eine neue Anlage anschließen will, muss sich deshalb an den Kosten beteiligen oder das Risiko tragen, dass der Strom nicht immer eingespeist werden kann. Auch müsse der Erneuerbaren-Ausbau regional gesteuert werden. „Sonst produzieren wir teuren Strom, den niemand nutzen kann“, betont die Bundeswirtschaftsministerin. Der Ausbau soll ökonomisch effizienter werden - das 80-Prozent-Ausbauziel und der Anschlussvorrang für Erneuerbare bleiben bestehen.

Erneuerbare werden Rückgrat der Stromversorgung bleiben

„Die Erneuerbaren werden das Rückgrat unserer Stromversorgung sein“, sagt Reiche. Klimaschutz ohne Bezahlbarkeit sei jedoch politisch nicht tragfähig und Klimaschutz ohne Versorgungssicherheit strategisch blind. Deutschland brauche gesicherte Kraftwerkskapazitäten, Speicher und ein Marktdesign, das Zuverlässigkeit ebenso belohne wie Ambition - außerdem einen technologieoffenen Kapazitätsmarkt und mehr direkte Abnahmeverträge zwischen Erzeugern und Abnehmern.

„Auch wenn wir es gerne anders hätten“, erklärt sie weiter: „Wir brauchen weiterhin Gas. Für Prozess- und Raumwärme sowie als Rohstoff. Und für jenen Teil der Stromversorgung, der nicht aus Erneuerbaren gedeckt werden kann.“ Langfristige Lieferverträge mit den USA, Kanada, Angola und Mexiko sollen Diversifizierung und Versorgungssicherheit sichern. Die Bundesministerin setzt außerdem auf Innovationen bei Energiespeichern, Materialwissenschaften und Energieeffizienz. Künstliche Intelligenz soll das Energiesystem effizienter steuern.

Den FAZ-Gastbeitrag in voller Länge finden Sie hier, den Handelsblatt-Artikel zur Wachstumsagenda für Deutschland hier

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