Maritime Wirtschaft
Großes Schiff fährt in den Hafen ein. © istockphoto.com/Fabian Wentzel

mariTeam Deutschland: Mit Sicherheit voraus

Sie gilt als Spitzentreffen der maritimen Wirtschaft: Im Mittelpunkt der zweitägigen 14. Maritimen Konferenz Ende April in Emden standen die Sicherung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, die Stärkung der maritimen Sicherheit und Investitionen in Zukunftstechnologien „Made in Germany“.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hatten die 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Verbänden in Emden begrüßt und die Konferenz gemeinsam eröffnet sowie einen Aktionsplan der Bundesregierung zur Stärkung der maritimen Branche vorgestellt. Maßnahmen wie die Ausweitung der maritimen Forschungsprogramme und die Aufnahme des Schiffbaus in das Großbürgschaftsprogramm des Bundes bilden aus Sicht des Maritimen Koordinators Dr. Christoph Ploß die Grundlage dafür, dass in den nächsten Jahren mehr als 100.000 zusätzliche Arbeitsplätze in der maritimen Industrie entstehen könnten.

Das wird auch der maritimen Sicherheit zu Gute kommen. Sie stand im Fokus der Konferenz - unter anderem mit Blick auf die Entwicklungen in der vom Iran-Krieg betroffenen wichtigen Schifffahrtsroute „Straße von Hormus“, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Aber auch hybride Angriffe und Sabotageakte an Unterseekabeln - insbesondere in der Ostsee - zeigen, wie verletzlich die maritime Wirtschaft ist. Mehr als 90 Prozent des Internetverkehrs werden beispielsweise über Seekabel transportiert. Förderprogramme wie das Maritime Forschungsprogramm des BMWE fördern deshalb schon seit 2018 mit einem eigenen Förderschwerpunkt gezielt die Entwicklung neuer Technologien für die maritime Sicherheit. 

Katherina Reiche sagte dazu: „Die maritime Wirtschaft ist zentral für unseren Industriestandort, für unseren Export und für unsere Sicherheit. Ohne stabile Lieferketten und sichere Seewege funktioniert unsere Wirtschaft nicht. Deshalb brauchen wir eine starke maritime Infrastruktur und modernste Technologien.“

Im Rahmen der Konferenz besuchte die Bundeswirtschaftsministerin außerdem den A-Nord Konverter im niedersächsischen Emden-Pektum. Er ist Ausgangspunkt von A-Nord, einer rund 300 Kilometer langen 2-Gigawatt-Gleichstromverbindung, die bis nach Osterath (Nordrhein-Westfalen) reicht und ab 2027 Windstrom von der Nordsee ins Rheinland transportieren soll. A-Nord gilt damit als ein zentraler Meilenstein für die Energiewende in Deutschland.

Mithilfe des Konverters in Emden wird Wechselstrom für den verlustarmen Transport in Gleichstrom gewandelt. Zudem kann im Konverter ankommender Offshore-Windstrom in Wechselstrom gewandelt und über das angebundene Wechselstromnetz verteilt werden. Viele wichtige Arbeiten an A-Nord sind bereits abgeschlossen: 13 Trafos mit einem Gewicht von jeweils rund 300 Tonnen befinden sich vor Ort und werden zeitnah angeschlossen. Auch die Leistungselektronik wird derzeit in den Konverterhallen installiert.

Offshore-Windenergie ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiesicherheit und das Rückgrat eines modernen, integrierten europäischen Energiesystems.  Im gleichnamigen Branchenforum wurden im Rahmen der Konferenz intensiv wichtige Aspekte zu den Rahmenbedingungen für Planungs- und Investitionssicherheit, Versorgungssicherheit und nationale Resilienz diskutiert.

Auch die von der Europäischen Kommission am 4. März 2026 veröffentlichte europäische maritime Industriestrategie hebt die Bedeutung der maritimen Branche für den Ausbau und Schutz der Offshore-Energieinfrastruktur hervor und war Gegenstand intensiver Diskussion auf der Konferenz. Der Maritime Koordinator Dr. Christoph Ploß sagte dazu: "Neben dem Bau von Konverterplattformen sind auch Offshore-Spezialschiffe für deutsche und europäische Werften ein wichtiges Geschäftsfeld. Mit der zügigen Umsetzung der europäischen maritimen Industriestrategie sichern wir die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen."

Die Nationale Maritime Konferenz findet seit dem Jahr 2000 im zweijährigen Turnus statt. Sie hat sich als zentraler Impulsgeber sowie als Plattform für den konstruktiven Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Gewerkschaften zu den Herausforderungen und Chancen der maritimen Branche in Deutschland etabliert.

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