Katherina Reiche wird begrüßt. © Photothek/Thomas Trutschel

Handlungsfähig bleiben: Energiepolitik in unsicheren Zeiten

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will EEG und Netzpaket noch vor der Sommerpause ins Kabinett bringen. In Ihrer Keynote auf dem BDEW-Kongress in Berlin warb sie außerdem noch einmal nachdrücklich für einen Energiekonsens und die Energiewende als Gemeinschaftsaufgabe.

Die Rede von Katherina Reiche und der anschließende Dialog auf dem vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ausgerichteten Kongress unter dem Motto „Zukunft sichern“ wurden mit Spannung erwartet, denn die Zeit drängt. Die Energiewende geht mit großen Schritten in die nächste Phase. Damit der Ausbau der Erneuerbaren Energien erfolgreich bleibt, rücken nun Systemintegration, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Alle Plätze in der größten Halle des Kongresses waren wohl auch deshalb besetzt, als die Ministerin ihre Keynote begann. Wer nicht rechtzeitig kam, musste stehen.

Der Dreiklang aus Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gehöre zusammen, betonte Katherina Reiche vor rund 1.000 Teilnehmenden. Wer eines davon opfere, warnte sie, bringe „am Ende die Energiewende zum Scheitern“.

Katherina Reiche steht vor dem Publikum und hält eine Keynote. © Photothek/Thomas Trutschel

Der Hintergrund: Die Bundesregierung verfolgt deshalb einen ausgewogenen Ansatz, um die Energieversorgung systemisch weiterzuentwickeln: Die Energiewende soll ökologisch, wirtschaftlich und sozial tragfähig sein: mit mehr steuerbaren Erzeugungskapazitäten, einem beschleunigten Netzausbau, einer stärkeren Ausrichtung auf die Gesamtkosten des Energiesystems und besseren Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf. All das schafft die Voraussetzungen für ein stabiles Energiesystem. Vor allem die Systemkosten müssen stärker berücksichtigt werden.

Das ist notwendig, damit Deutschland ein Industriestandort mit klimaneutraler Zukunft sein kann: Wasserstoff, Speichertechnologien, intelligente Netze und innovative Unternehmen sollen neue Wertschöpfung schaffen und die Energiewende als Chance für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit verstanden werden. Denn diese, zog Reiche auf dem BDEW-Kongress ihr Resümee, sei eine Gemeinschaftsaufgabe, für die Politik, Energiewirtschaft, Netzbetreiber und Industrie gemeinsam Verantwortung übernehmen müssen. Die Keynote der Bundeswirtschaftsministerin und den anschließenden Dialog in voller Länge finden Sie hier.

„Denn die Frage, ob Klimaschutz und wirtschaftliche Stärke so zusammenkommen, dass wir in beiden Feldern einen Erfolg haben, ist noch nicht beantwortet“. „Wer hier (beim BDEW) auftritt, spricht nicht nur zur Branche, sondern zu und mit denjenigen, die maßgeblich darüber entscheiden, wie resilient, wettbewerbsfähig und klimafreundlich Deutschlands Zukunft aussehen wird. Gemeinsam schaffen wir in Deutschland den nächsten Schritt für mehr Wettbewerbsfähigkeit“, schrieb sie später auch auf Social Media.

Der BDEW-Kongress gilt als größter Branchentreff für die Energiewirtschaft. Jedes Jahr im Juni diskutieren hier Gäste aus der Branche und aus Industrie, Politik, Wissenschaft sowie NGOs über die aktuellen Themen der Energiewirtschaft.

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