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Digitales Handwerkertool für die Wärmewende
Bis zum Jahr 2045 soll Deutschland treibhausgasneutral werden. Dafür müssen auch im Gebäudebereich die CO2-Emissionen deutlich reduziert werden. Neben umfassenden Sanierungsmaßnahmen, effizienteren Heizungsanlagen sowie Dekarbonisierungs- und Ausbaumaßnahmen der Wärmenetze hilft dabei vor allem auch die Digitalisierung. Sie gilt als wichtiger Baustein für den Erfolg der Wärmewende, da sie die Effizienz, die Flexibilität, die Steuerbarkeit von Energieerzeugung und Energieverteilung sowie des Energieverbrauchs verbessert.
Werden beispielsweise Wärmepumpen, Klimageräte, Ladeeinrichtungen (Wallboxen), Speicher oder Photovoltaik-Anlagen installiert, kann der Betrieb dieser Anlagen mithilfe intelligenter Messsysteme optimal auf den Energiebedarf im Gebäude und im Stromnetz abgestimmt werden. Messstellen- und Netzbetreiber erhalten dafür Zugriff auf die Daten. Die Anlagen werden also auch von außen steuerbar. Dass all das reibungslos funktioniert, ist die Aufgabe des Elektro-Handwerks, das die Installation und Inbetriebnahme der neuen Anlagen übernimmt.
Kommunikationsverbindung herstellen, prüfen und erfolgreichen Aufbau dokumentieren.
Im Rahmen des Projekts „Digitale Integration von Wärmepumpen in das Energiemanagementsystem von Gebäuden“ (DigiWEMS) wurde dafür nun ein digitales Handwerkertool entwickelt, das seit Mitte Juli auf der Internetseite des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) zur Verfügung steht. Es hilft, die Kommunikationsverbindung herzustellen, zu prüfen und den erfolgreichen Aufbau zu dokumentieren.
Das EEBUS-Handwerkertool ermöglicht Handwerksbetrieben zu prüfen, ob die beim Kunden installierten steuerbaren Einrichtungen kommunikationsfähig korrekt angebunden und damit steuerfähig sind. Für den Test stellt das Tool eine Verbindung zum Gerät her und simuliert dabei die Steuerbox beziehungsweise den CLS-Adapter. Zusätzlich können die Leistungslimitierung und das sogenannte Fail-Safe-Verhalten getestet werden. Als Ergebnis des Kommunikations- und Funktionstests erhalten Betriebe ein Protokoll, das als ergänzender Funktionstest im Rahmen der Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 dem Prüfprotokoll hinzugefügt werden kann. EEBUS ist ein herstellerübergreifender und international anerkannter Kommunikationsstandard.
Kostenfreier Download auf dem ZVEH-Mitglieder-Portal „Mein E-Handwerk“
Mit dem Tool können Elektrobetriebe die erfolgreiche Inbetriebnahme nachvollziehbar dokumentieren und sich rechtlich absichern, sowohl gegenüber dem Messstellenbetreiber als auch gegenüber dem Kunden. So lässt sich beispielsweise auch dann, wenn der Kunde nach der Installation durch einen Elektrobetrieb Änderungen an der Anlage vorgenommen hat, belegen, dass der Handwerker die Voraussetzungen für eine Steuerungsfähigkeit der Anlage an der definierten Übergabestelle zur Steuerungseinrichtung geschaffen hat. Die aktuelle (Beta-)Version des EEBUS-Handwerkertools kann auf dem ZVEH-Mitglieder-Portal „Mein E-Handwerk“ von registrierten Innungsbetrieben kostenfrei heruntergeladen werden.
Schon in einer ersten Testphase hat das Handwerkertool gezeigt, dass es eine sehr gute Anwendungshilfe ist und die Installateure dabei unterstützt, Kundenanlagen so zu errichten und vorzubereiten, dass die erstmalige Testung auf Ansteuerbarkeit durch den Messstellenbetreiber erfolgreich durchgeführt werden kann – und zwar ohne Nacharbeiten.
Das neue Tool zeigt, wie analoge Prozesse neu gedacht werden und als „echte“ digitale Prozesse umgesetzt werden können. Für den Handwerker entfallen viele analoge Eingabeschritte, da durch das Scannen des QR-Codes an der Anlage zukünftig alle wichtigen Informationen für das Handwerkertool automatisiert ausgelesen werden. Das bedeutet für Handwerker eine große Zeitersparnis. Die Prüfung der Kommunikation und Steuerbarkeit erfolgt digital und kann so mit weniger Aufwand verändert und angepasst werden. Das Projekt DigiWEMS wird durch das BMWE seit dem 1. Januar 2025 im Rahmen einer Einzelzuwendung für drei Jahre gefördert.
Ein von der EEBUS Initiative e.V. betriebenes sogenanntes „Living Lab“ in Köln dient zusätzlich als Praxislabor für alle Anwendungen rund um den Netzanschluss: eine anfassbare, real betriebene Umgebung. Die im Living Lab verbauten Komponenten und Geräte (zum Beispiel Wärmepumpen) dienen allen Interessierten als Testumgebung. EEBUS hat bereits bei der Integration von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge in das Stromsystem über das Smart Meter Gateway große Erfolge erzielt und mehrere Standards erfolgreich am Markt etabliert.
Weiterführende Informationen:
- EEBUS Pressemitteilung: „Das neue EEBUS Handwerkertool hilft Elektrogewerbebetrieben, steuerbare Verbrauchsgeräte gemäß § 14a EnWG einzurichten“
- EEBUS Handwerkertool zum Download im ZVEH-Mitgliederbereich „Mein E-Handwerk“
- Mehr zum Living Lab in Köln
- Weitere Informationen zur digitalen Unterstützung bei der Beratung, Planung und Umsetzung für die Gebäudemodernisierung auf der Internetseite des Gebäudeforums klimaneutral
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